Schlechte Laune – auch mal wichtig

Schlechte Laune – auch mal wichtig

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schlechte Laune
@iStock/ideabug Schlechte Laune

Immer das Gute sehen, immer lächeln, sich ja nie hängen lassen – gute Laune droht zum Zwang zu werden. Dabei gehören auch düstere Gefühle zu uns. Lest hier, warum ihr die nicht wegdrücken solltet.

Gefühle sind so etwas wie ein Kompass. Sie zeigen uns an, in welche Richtung wir unsere Aufmerksamkeit lenken müssen. Wenn wir nun aber die Nadel dieses Kompasses mit Gewalt in eine Richtung – Richtung ”Gute Laune“ – zwingen, hat der Kompass keinen Sinn mehr. Die Nadel muss schwingen können – so wie unsere Gefühle.

Angst und Lampenfieber

Nehmen wir zum Beispiel Angst. Wer so wunderbar positiv denken kann, dass er auch nachts beschwingt durch eine gefährliche Gegend spaziert, statt dort Angst zu empfinden – hat etwas falsch verstanden. Er hat sein natürliches Warnsystem ausgeknipst. Sogar vor Prüfungen kann Angst hilfreich sein. Studien haben gezeigt: Wenn nervöse Menschen ihre Sorgen genau durchdenken und anschauen, statt sich zwanghaft zu sagen, dass alles schon supi laufen wird, schneiden sie bei Prüfungen besser ab.

Mehr Nähe zu sich selbst

Wenn es innen grau oder gar schwarz ist, dann kostet es wahnsinnig viel Kraft, nach außen zu lächeln und einen auf munter zu machen. Tut euch das nicht an. Auch wenn alle sagen: Du musst an deiner Einstellung arbeiten. Wer seine Emotionen leugnet, merkt am Ende nicht einmal, wenn es wirklich ernst wird. Denn lange anhaltende schlechte Laune ohne ersichtlichen Grund kann natürlich auch ein Hinweis auf eine beginnende Depression oder ein Burnout sein. Wer das gar nicht merkt, weil er sich auf positiv trimmt, kann nicht gegensteuern, sich nicht mehr Ruhe gönnen oder sonst etwas Gutes für sich tun.

Immer lächeln?

Es ist erwiesen, dass ein (echtes!) Lächeln das Glückszentrum in unserem Hirn stimuliert, weitere Glückshormone auszuschütten. Ein erzwungenes (Dauer-)Lächeln hingegen kann das Gegenteil bewirken! Studien haben bewiesen, dass diese Künstlichkeit mit einer Region in unserem Hirn in Zusammenhang steht, die negative Gefühle wie Wut und Trauer erzeugt.

Also: Seid lieb zu euch – auch wenn ihr mal nicht so gut drauf seid. „Gönnt“ euch eure schlechte Laune. Trinkt heiße Schokolade, nehmt ein duftendes Schaumbad.

Oder wie lautet euer Rezept für einen guten Umgang mit tristen Stimmungen? Erzählt uns davon.