Unsere 10 wichtigsten Rechte im Krankenhaus

Unsere 10 wichtigsten Rechte im Krankenhaus

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Rechte im Krankenhaus
©iStock/alvarez

Wer in einer Klinik behandelt wird, sollte ein paar Dinge beachten – vom Zimmernachbarn bis zu Persönlichkeits-Rechten im Krankenhaus.

Etwa 19,5 Millionen Behandlungen finden in Deutschland pro Jahr stationär im Krankenhaus statt. Natürlich sind viele Operationen und Eingriffe notwendig, doch eine aktuelle Studie belegt, was viele bereits vermutet haben: Im Klinikalltag herrscht ein enormer ökonomischer Druck, der nicht selten zulasten der Patienten geht. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Betroffene ihre Rechte genau kennen.

Recht auf (fast) freie Krankenhauswahl

Handelt es sich um ein öffentliches Krankenhaus, kann jeder Patient seine Klinik frei wählen. In der Regel schlägt der einweisende Arzt zwar zwei geeignete Kliniken in der näheren Umgebung vor, doch daran sind Patienten nicht gebunden. Entstehen durch die eigene Wahl jedoch Mehrkosten, müssen Versicherte diese in den meisten Fällen selbst tragen.

Besuche helfen sogar beim Heilungsprozess

Die Zeiten rigider Besuchszeit Vorschriften sind vorbei. Allerdings kann die Hausordnung Regelungen für Besuche enthalten. Und natürlich sollte der Tagesablauf der Klinik nicht gestört werden. So ist ein Krankenbesuch während der Visite, zu Essenszeiten oder während der Therapien nicht passend.

Schon vor dem Krankenhausaufenthalt informieren

Seit 2005 sind Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, in Qualitätsberichten ihre Arbeit zu dokumentieren – doch diese Berichte sind für Laien meist wenig aufschlussreich. Gut verständlich sind dagegen die Informationen der „Weissen Liste“. Mit Erfahrungsberichten anderer Patienten kann vor allem die außermedizinische Qualität der einzelnen Häuser gut eingeschätzt werden.

Das Selbstbestimmungsrecht steht über allem

Auch wenn es vielen nicht immer bewusst ist: Mit dem Selbstbestimmungsrecht haben Sie das Zepter in der Hand, wenn es um Ihren Körper geht. Das heißt: Grundsätzlich dürfen Maßnahmen und konkrete Behandlungen nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung erfolgen.

Anspruch auf eine ausführliche Aufklärung

Klinikärzte müssen ihre Patienten persönlich aufklären, so dass diese wissen, wie die Behandlung ablaufen wird, welche Risiken und Nebenwirkungen auftreten können und ob es Alternativen zur vorgeschlagenen Behandlung gibt. Je nach Eingriff ist eine unterschiedlich lange Bedenkzeit einzuräumen.

Krankenhausessen ist kein Muss für Patienten

Wer vom Essen nicht überzeugt ist, kann sich Speisen von außerhalb bestellen oder von Angehörigen mitbringen lassen. Denn ein ausdrückliches Verbot besteht in der Regel nicht. Allerdings sollten Patienten vorher mit der Stationsleitung sprechen.

Recht auf Facharzt bei der Behandlung

Im Regelfall hat der Patient nur Anspruch auf eine Behandlung nach Facharztstandard, nicht auf einen bestimmten Arzt oder eine Chefarztbehandlung. Kann allerdings nur dieser die Behandlung durchführen, so kann der Patient darauf pochen.

Zimmernachbar muss nicht bester Freund sein

Passt Patienten ihr Zimmernachbar nicht, können sie nur bei gewichtigen Gründen die Verlegung in ein anderes Zimmer verlangen. Bei dieser Einzelfallentscheidung kommt es darauf an, ob im bisherigen Zimmer der Genesungsprozess spürbar beeinträchtigt wird.

Hilfe bei möglichen Behandlungsfehlern

Der behandelnde Arzt ist nicht verpflichtet, Patienten von sich aus zu informieren, wenn bei einer OP etwas schiefgelaufen ist. Erst auf Nachfrage muss er sich äußern. Um Rechte durchsetzen zu können, sollten Patienten bei Verdacht ein Gedächtnisprotokoll anfertigen und ihr Recht auf eine Kopie der Patientenakte geltend machen. Im nächsten Schritt können sie sich an ihre Kasse wenden, die sie beim Verdacht auf Behandlungsfehler unterstützen soll. Oder auch an die Schlichtungsstelle der für das Gebiet zuständigen Landesärztekammer.

Weitere Fragen?

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) steht Ratsuchenden bei vielen Belangen telefonisch (0800/ 0117722) kostenlos zur Seite. Zudem gibt es eine Online-Beratung.