Mundgeruch und Co: Das hilft bei Tabu-Krankheiten

Mundgeruch und Co: Das hilft bei Tabu-Krankheiten

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Mundgeruch
©iStock/DeanDrobot

Inkontinenz, Flatulenz, Mundgeruch – diese Themen spricht man nicht so gern beim Arzt an. Wir sagen euch, was hilft und wann ihr professionelle Unterstützung braucht.

Schmerzt der Rücken, haben die meisten wohl kein Problem mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Erwischt uns dagegen ein Scheidenpilz oder Mundgeruch, verschlägt es vielen die Sprache. Millionen Menschen leiden unnötig, weil sie sich schämen, Klartext zu reden. Die unterschätzte Gefahr dabei: Betroffene setzen auf dubiose Tipps aus Internetforen, verschleppen oder verschlimmern die Beschwerden. Dabei sind die meisten Tabu-Leiden gut behandelbar – und können Ärzte sowieso nicht schrecken. Sie betreffen nämlich fast jeden zweiten ihrer Patienten…

„Ich habe Mundgeruch – obwohl ich die Zähne putze“

Mögliche Ursachen:

Schwefelig riecht es, wenn Reste aus Nahrung, Speichel und Schleimhautzellen mikrobiell abgebaut werden. Oder schnarcht ihr vielleicht? Das trocknet den Mund- und Rachenraum aus.

Was hilft?

Rüstet euch mit Interdentalbürstchen, Zungenschaber und antimikrobieller Mundspüllösung aus. Denn Atemsprays übertünchen nur den Mundgeruch. Ansonsten könnt ihr im Akutfall zahnfreundliches Kaugummi, Petersilie bzw. Minze kauen, Wasser trinken oder eine Chlorophylltablette einnehmen (Apotheke).

Zum Arzt?

Bei hartnäckigem Mundgeruch ist womöglich eine Erkrankung des Verdauungsapparates schuld. Süßer Azeton-Atem weist auf Diabetes hin, fischähnlicher auf Nierenleiden. Besser abklären.

„Wenn ich lache, tröpfelt es in meiner Hose“

Mögliche Ursachen:

Oft sind eine starke Belastung des Beckenbodens durch Schwangerschaft und Geburt (bei 30 % der Mütter) oder schweres Heben verantwortlich für den unkontrollierten Urinverlust. Andere Auslöser können auch eine Bindegewebsschwäche oder Hormonschwankungen und Östrogenmangel während der Wechseljahre sein.

Was hilft?

Studien zufolge löst in den meisten Fällen gezieltes Beckenbodentraining das Problem. Betroffene lernen erst beim Physiotherapeuten, wie es funktioniert. Dann wird in Eigenregie täglich weiter geübt. Reicht das nicht, kommen je nach Ursache Medikamente oder Hormonpräparate in Frage.

Zum Arzt?

Am besten sofort, damit der Gynäkologe die „fehlende Dichte“ behandeln kann. Infos zu Inkontinenz im Netz plus Experten-Suche: kontinenz-gesellschaft.de, urologenportal.de und ag-ggup.de.

 

„Ich muss dauernd pupsen“

Mögliche Ursachen:

Blähendes wie Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, kohlensäurehaltige Getränke und unreifes Obst sorgen für zu viel Luft im Bauch. Auch hastiges Essen kann schuld sein.

Was hilft?

Entschäumende Wirkstoffe wie Simethicon und Dimeticon (Apotheke) lösen die Darmgase auf. Langfristig: gut kauen und mit verdauungsfördernden Gewürzen wie Kümmel, Anis, Majoran oder Koriander kochen. Bewegung „entlüftet“ und bringt den Darm auf Trab.

Zum Arzt?

Bei andauernden Blähungen sollte ein Mediziner Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Darmerkrankungen ausschließen.

 

„Es juckt plötzlich ganz fürchterlich am Po“

Mögliche Ursachen:

Entdeckt ihr auf dem Toilettenpapier zudem helles Blut, spricht das für Hämorrhoiden. Wir alle haben diese Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, die zusammen mit dem Schließmuskel Kontrolle über die Darmentleerung ermöglichen. Mit erhöhtem Druck durch Verstopfungs-Pressen, Übergewicht oder Schwangerschaft können sie sich vergrößern und nach außen stülpen.

Was hilft?

Anfangs lindern den Juckreiz entzündungshemmende Salben mit Zink, Panthenol, Hamamelis oder betäubendem Lidocain. Auch Sitzbäder und Zäpfchen mit Mulleinlagen (Apotheke) können helfen. In späteren Stadien können eine Verödungstherapie oder Abbinden der Hämorrhoiden (Gummibandligatur) helfen.

Zum Arzt?

Bei Blut im Stuhl und Schmerzen sofort zum Arzt. Infos: coloproktologen.de, awmf.org.

„In meinem Intimbereich stimmt etwas nicht“

Mögliche Ursachen:

Juckreiz, Brennen und Rötungen sind typische Scheidenpilz-Symptome. Das weißt darauf  natürliche Abwehrkraft der Schleimhaut ist durch Stress, Antibiotika oder Hormonschwankungen gestört.

Was hilft?

Rezeptfreie Anti-Pilz-Mittel (z.B. Clotrimazol, Miconazol, Fenticonazol) in Form von Cremes, Zäpfchen oder Pasten aus der Apotheke wirken zuverlässig.

Zum Arzt?

Wenn nach drei Tagen keine Besserung eintritt. Denn Juckreiz und Ausfluss können auch Folge einer bakteriellen Entzündung oder einer Geschlechtskrankheit sein.

 

„Ich habe Pickel wie ein Teenie“

Mögliche Ursachen:

Hormonelle Veränderungen (Testosteron fördert Pickel), zu viel Fast Food, Alkohol, Medikamente, fette Cremes und starkes Schwitzen können Pickel sprießen lassen.

Was hilft?

Morgens und abends die Haut mit einem seifenfreien, antientzündlichen Gel reinigen. Ihr solltet die Pickel nicht drücken, sondern lieber entzündungshemmendes Benzoylperoxid (Apotheke) auftupfen.

Zum Arzt?

Ja – und zwar zum Hautarzt. Denn je nach Diagnose kann er konzentrierte Medikamente und Peelings sowie Licht-, Laser- oder fotodynamische Therapien verordnen.

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