Paracetamol & Co – was wirkt wann?

Paracetamol & Co – was wirkt wann?

von -
Paracetamol, Schmerzmittel
©iStock/Hudiemm

Ibuprofen, ASS, Paracetamol, Diclofenac –die Wirkstoffe kennt ihr, aber nicht jeder Wirkstoff passt zu jedem Schmerz. Das solltet ihr beachten.

Wohl jeder von uns wird mehr oder weniger oft von Schmerzen heimgesucht. Etwa 17 Prozent aller Deutschen sind sogar von lang anhaltenden, chronischen Schmerzen betroffen – also fast 14 Millionen Menschen in Deutschland. Deshalb sind Schmerzmittel beliebt, viele haben sie sogar immer in ihrer Handtasche mit dabei. Rund 142 Millionen Packungen gehen im Jahr in deutschen Apotheken über den Ladentisch, ein Großteil davon musste nicht vom Arzt verschrieben werden. Das heißt aber nicht, dass man sie bedenken- und wahllos schlucken darf: Auch rezeptfreie Mittel sind nicht harmlos.

Die bekanntesten rezeptfreien Mittel, die bei 90 Prozent der Schmerzen wirken, sind Paracetamol, Acetylsalicylsäure (kurz ASS, z. B. in „Aspirin“), Ibuprofen und Diclofenac. Sie reduzieren die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren im Gewebe und hemmen die Bildung von entzündungsfördernden Gewebshormonen, den sogenannten Prostaglandinen. Schwere Schmerzen, wie sie bei starker Migräne, Krebserkrankungen und nach Operationen oder Verletzungen auftreten, erfordern zumeist den Einsatz von opioiden Schmerzmitteln – die sehr schnell süchtig machen können. Deshalb können sie vom Arzt nur auf einem speziellen Betäubungsmittel-Rezept (BtM-Rezept) verordnet werden.

Welche rezeptfreie Mittel wogegen am besten helfen:

Acetylsalicylsäure Wirksam bei leichten bis mäßigen Schmerzen, vor allem Kopfschmerzen, Fieber Nebenwirkungen: belastet Magen und Darm, erhöht das Risiko von Magen-Darm-Blutungen, verdünnt das Blut Tabu für Kinder unter 12 Jahren, Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel
Ibuprofen Wirksam bei Kopfschmerzen, Fieber, Regelschmerzen, Gelenkschmerzen Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden; steht im Verdacht, Herz-Kreislauf-Probleme auszulösen Tabu bei Herzleiden und Asthma, für Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel
Paracetamol Wirksam bei leichten bis mäßigen Schmerzen von Kopf, Zähnen und Gliedern,
Fieber
Nebenwirkungen: Gefahr von schweren Leber- und Nierenschäden bei Überdosierung Tabu für Menschen mit Leber- und Nierenschäden, Alkoholkranke, Schwangere
Diclofenac Wirksam bei Schmerzen durch ­Entzündungen wie Rheuma, Muskel- und Gelenk­schmerzen, Zerrungen Nebenwirkungen: Magen-Darm-Leiden, kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen verstärken Tabu für Schwangere, Kinder unter 14 Jahren, bei Herzleiden

Tablette oder Kapsel?

Die Darreichungsform, ob als Tablette, Weichkapsel oder Brause­tablette, hat zunächst keinen Einfluss auf die Wirkung. Die meisten Experten empfehlen aber trotzdem Brausetabletten, die in einem Glas Wasser aufgelöst werden. Der Grund: Sie wirken bei vielen Menschen schonender und rascher, weil die Tablette bereits gelöst ist.  Allerdings wirken die Mittel individuell oft völlig unterschiedlich. Deshalb empfiehlt es sich, einfach auszuprobieren, welche Tablette man am besten verträgt. Um ganz sicherzugehen, solltet ihr euren Arzt oder Apotheker fragen – denn Schmerzmittel sind keine Lutschbonbons!

Ähnliche Artikel