Warum der Orgasmus nicht alles ist…

Warum der Orgasmus nicht alles ist…

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Der Orgasmus ©iStock/shironov
©iStock/shironov

Guter Sex – was ist das eigentlich? Wenn man sicher zum Orgasmus kommt? Nein, lustvolle Erotik ist viel mehr, doch der Druck, den Höhepunkt zu erreichen, lässt uns das manchmal vergessen. Wir sagen: Lasst uns wieder mehr genießen…

Lasst uns das wunderbare Gefühl genießen, begehrt zu werden. Und zu begehren. Die Nähe und die Wärme seines Körpers, seinen Duft. Die Lust. Die gierigen Küsse. Seine Hand auf unserem Körper… Lasst uns das Gefühl genießen, dass alles sein kann, aber nicht sein muss.

Seine Vorstellung von einem guten Liebhaber

Leider steht diesem Traum von Sinnlichkeit so einiges im Weg. In unseren Köpfen, aber auch in den Köpfen der Männer. Die Sexualtherapeutin Dr. Elia Bragagna, Leiterin der Akademie für sexuelle Gesundheit (AfSG) in Wien, weiß aus ihrer Arbeit: „Viele Männer definieren ihre Qualität als guter Liebhaber über ihre Fähigkeit, einer Frau zum Orgasmus verhelfen zu können.“ Das führt dazu, dass Männer ihre Geliebte sozusagen belauern: Kommt sie? Jetzt? Sie versuchen, zielsicher das zu machen, was irgendwann mal zum Erfolg namens „weiblicher Orgasmus“ geführt hat. Ihr wisst es: Da kann einem schon mal die Lust vergehen.

Sein Anspruch stresst

Man liebt ihn ja und will, dass er glücklich ist. Also will man ihm gern das schenken, was er sich wünscht: dass er das lustvolle Keuchen des Höhepunkts seiner Geliebten zu hören bekommt. Wir warten dann selbst darauf: Tut sich was? Bin ich bald so weit? Ein fieser Gedanke schleicht sich ein: Wenn ich eine „echte“ Frau bin, dann komm ich auch. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf ein Ziel, weg von dem, was gerade an Lustvollem stattfindet. Schade!

Schluss mit dem Orgasmus-Druck

Es geht aber auch anders! Wir können ihm sagen, wie sehr wir es lieben, mit ihm rumzumachen. Wie wunderbar es ist, sich fallen zu lassen. In seinen Armen alles zu vergessen – selbst den Höhepunkt. Wenn wir ihn dann noch für das, was er tut, loben, wird er uns bald glauben: dass der Weg das Ziel ist. Dass ein Höhepunkt zwar was Schönes ist, aber dass alles andere mindestens genauso aufregend und befriedigend ist.