Mit Augen-Yoga zu mehr Sehkraft

Mit Augen-Yoga zu mehr Sehkraft

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Augen-Yoga
©iStock/SementsovaLesia

Ja, es gibt Augen-Yoga. Und schon wenige Minuten Training am Tag reichen, um den Durchblick zu behalten, sich besser zu konzentrieren und Augenerkrankungen vorzubeugen.

Die erste Yoga-Stunde vergisst man nie. Oder besser gesagt: die Tage danach. Wenn plötzlich Muskeln verkatert sind, die man gar nicht kannte, weil sie viel zu lang nicht im Einsatz waren und dadurch immer mehr verkümmert sind. Was das mit den Augen zu tun hat? Auch die arbeiten mithilfe von Muskeln: Die sogenannten Ziliarmuskeln steuern die Form der Augenlinsen und sorgen durch An- oder Entspannung dafür, dass wir Objekte scharf sehen können. Oder eben nicht.

Muskel-Training

Fürs scharfe Sehen kann man leicht was tun. Schon zehn Minuten Augen-Yoga pro Tag können nach Untersuchungen des japanischen Augenarztes Dr. Kazuhiro
Nakagawa die Ziliarmuskulatur stärken, sie geschmeidig machen sowie ihre Durchblutung fördern. Dadurch können nicht nur Fehlsichtigkeit, sondern auch Augenerkrankungen wie grauer Star und selbst Fehlstellungen wie Schielen gemildert oder verhindert werden. Zudem kann korrektes Sehen die
Verarbeitungskapazität unseres Gehirns verbessern. Die Folge: Wir können uns besser konzentrieren und sind wesentlich leistungsfähiger.

Augen-Zickzack

Die Übungen sind denkbar einfach. Um die Beweglichkeit der Augen zu fördern, kann man sich etwa eine imaginäre Zickzack-Linie in der Luft vorstellen. Diese verfolgt man mit den Augen abwechselnd von links nach rechts. Danach dreht man sie um 90 Grad auf den Kopf und verfolgt sie abwechselnd von oben nach unten mit den Augen. Da wir im Alltag, etwa beim Lesen, die Augen meist nur von links nach rechts bewegen, verkümmert der Teil der Muskulatur, der für den Blick von oben nach unten zuständig ist.

Scharfe Massage

Gegen computerbedingte Kurzsichtigkeit hilft eine Augenmassage, wie Dr. Nakagawa diese Übung nennt: Die Augen zehn Sekunden schließen, öffnen und zehn Sekunden nach oben blicken. Augen wieder zehn Sekunden schließen und dann nach diesem System zehn Sekunden nach unten, nach links und nach rechts blicken. Zwei Durchgänge reichen. Ähnlich effektiv wirkt es, wenn ihr einen Finger zehn Zentimeter vor die Augen haltet, ihn dann langsam nach oben, unten, rechts und links bewegt und ihm dabei mit den Augen folgt.

Und um die Kontrastwahrnehmung der Augen und die Hell-Dunkel-Anpassung der Pupillen zu trainieren, blickt ihr 30 Sekunden in den Himmel (nicht direkt in die Sonne!) und verdeckt die Augen dann mit den Händen, bis das Nachbild des hellen Lichts, das ihr seht, verblasst. Zweimal wiederholen.

Kopf entspannen

Verspannungen in Schultern und Nacken, wie sie gerade bei Fehlsichtigkeit oft eintreten, können die Blutversorgung des Gehirns und unserer Augen beeinträchtigen. Dagegen hilft diese Lockerungsübung: die rechte Kopfseite mit der linken Hand umfassen und den Kopf leicht nach links ziehen, dann die Seite wechseln. Drückt anschließend den Kopf mit dahinter verschränkten Händen nach vorn, während ihr mit dem Kopf dagegenhaltet.

Mini-Work-out für die Büro-Pause

1. Legt die Handflächen seitlich flach an den Kopf an und dreht den Oberkörper leicht von einer Seite zur anderen.
2. Die Augen folgen langsam der Körperbewegung. Durch das Wandern müssen sich diese auf verschiedene Objekte und Distanzen einstellen – das tut den
Augenmuskeln gut.
3. Die geschlossenen Hände vor die offenen Augen halten (bitte nicht darauf), die Handinnenflächen fokussieren. Dann die Finger weit spreizen und hindurchblicken.
4. Bewegt die Hände scheibenwischerartig auf und ab, während ihr hindurchschaut. Dann Handflächen wieder schließen, Blick auf die Innenflächen der Hände
richten. Der Perspektivwechsel entspannt die Augenmuskulatur.