Menstruationstasse vs. Tampon – was ist besser?

Menstruationstasse vs. Tampon – was ist besser?

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Menstruationstasse oder Tampon? ©iStock/gregory_lee
Menstruationstasse oder Tampon? Wir helfen bei der Entscheidung ©iStock/gregory_lee

Immer mehr junge Frauen greifen während ihrer Periode nicht zum Tampon, sondern zur Menstruationstasse, auch Lady Cup genannt. Noch nie gehört? Hier lest ihr, was das genau ist und welche Vor- und Nachteile sie hat.

Menstruation – schon das Wort klingt brutal. Für so manche Frau sind die Tage, an denen die rote Tante da ist, auch kein Spaß. Und jetzt auch noch das: Wie bereits im Artikel „Toilettenhocker und Co.“ erwähnt, liest man immer öfter, dass Tampons und Binden schädlich sind. Besonders die Chemikalie Dioxin, mit der Hygieneprodukte gebleicht werden, steht in der Kritik. Sie wird in Verbindung mit Endometriose gebracht. Deshalb schwören immer mehr Frauen auf die Menstruationstasse – auch Ladycup, Menstruationsbecher, Menstruationskappe oder Mondtasse genannt.

Die Menstruationstasse gibt es schon seit 1937, doch in der Vergangenheit konnte sie sich nicht so recht durchsetzen. Erst seitdem immer mehr Bloggerinnen – wie zum Beispiel Magi – offen darüber schreiben, dass sie den Lady Cup schon lange verwenden, tauschen immer mehr Frauen Tampons und Binden gegen die Tasse aus medizinischem Silikon. Man führt den Lady Cup einfach während der Tage ein und dort fängt er das Blut auf. Und dann herrscht erst mal Ruhe für viele Stunden. Denn die meisten Frauen müssen ihn – je nach Blutung – nur einmal am Tag mit klarem Wasser ausspülen.

Falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, das Ganze mal auszuprobieren – das sind die Vor- und Nachteile:

Ihr solltet weiterhin Tampons oder Binden verwenden, wenn ihr …

… absolut nicht in Kontakt mit eurem Blut kommen wollt. Denn die Menstruationstasse muss man nun mal leeren und das Reinigen ist etwas aufwendiger als bei einem Tampon oder einer Binde, die man sofort wegwirft.

… keine Lust habt, das Einsetzen des Lady Cup zu üben, denn am Anfang gelingt das nicht bei allen sofort.

… ihr eine Spirale habt – einige Frauen empfinden die Verwendung dann als unangenehm oder haben Angst, dass sie dadurch die Spirale beschädigen.

Ihr solltet der Menstruationstasse eine Chance geben, wenn …

… ihr Probleme mit Scheidentrockenheit habt, denn Tampons verschlimmern dieses Problem und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Flora der Scheide kippt und Scheidenpilze sich ungehindert vermehren können.

… eure Tage besonders stark sind. Der Lady Cup hat ein Fassungsvermögen von bis zu 30 ml Blut. Selbst ein Ultratampon saugt nur 15 bis maximal 18 ml Blut auf. Mit der Menstruationstasse kommt ihr also länger und besser durch den Tag.

… euch Tampons und Binden zu teuer sind. Denn Frauen geben bis zu 100 Euro im Jahr für Monatshygieneartikel aus. Eine Menstruationstasse kostet zwischen 20 und 30 Euro und ist eine einmalige Investition. Den Lady Cup kocht man einfach nach der Periode in heißem Wasser ab und das medizinische Silikon hält bis zu zehn Jahre lang.

… ihr nach einer umweltfreundlicheren Alternative zu Tampons und Binden sucht. Im Durchschnitt verwendet eine Frau bis zu 12000 Tampons in ihrem Leben – ein ziemlich großer Müllberg also. Außerdem spart die Verwendung von Menstruationstassen viel Wasser, welches für die Baumwollproduktion von Tampons und Binden verbraucht wird.

… ihr auch während eurer Tage in die Sauna oder zum Schwimmen gehen möchtet, denn die Tasse saugt sich nicht wie ein Tampon voll und es gibt keinen verräterischen Faden.

Falls ihr euch auf einen Test einlassen wollt: Die Menstruationstassen bekommt man entweder in der Apotheke oder online – inzwischen gibt es viele Hersteller (Me Luna, Lunette, Ladycup oder Ruby Cup), die sie in ganz unterschiedlichen Farben und Größen anbieten.

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