Magermodels – fatale Vorbilder für Teenager

Magermodels – fatale Vorbilder für Teenager

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Magermodels
©GCShutter

Erschreckend: Wegen Magermodels sind immer mehr junge Mädchen magersüchtig.

Sie begegnen uns fast täglich im Fernsehen oder in Zeitschriften, die berühmten Supermodels mit den 90-60-90 Maßen. Ob Tyra Banks oder Kate Moss – sie alle sind groß, extrem schlank und haben endlos lange Beine. Dazu kommt eine Unzahl unbekannter Magermodels, die nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen scheinen – und sich teilweise zu Tode hungern. Am bekanntesten ist das Beispiel des magersüchtigen französischen Models Isabell Caro, die 2010 mit nur 28 Jahren starb. Bei ihrem Tod wog sie nur noch 32 Kilo…

Patientinnen werden immer jünger

Magermodels
Dünn, dünner, am dünnsten: Viele Mädchen eifern Magermodels nach ©Tuned-in

Sicherlich ein Extremfall. Doch gerade junge Mädchen ohne entwickeltes Selbstwertgefühl laufen Gefahr sich an Magermodels zu orientieren. In den letzten Jahren hat die Zahl der Magersüchtigen zwar nicht zugenommen, tendenziell werden die Patientinnen aber ständig jünger. Immer früher beschäftigen sich Mädchen mit Mode und mit ihrem Körper und eifern ihren Vorbildern nach – und das sind in der Regel junge, überschlanke Frauen, die ihre Top-Figur ebenfalls nur durch massive Essstörungen halten können.

„Wir beobachten eine zunehmend falsche Werte-Entwicklung“, sagt dazu die Psychologin Susanne Bäumler aus München. „Viele junge Mädchen orientieren sich nicht mehr an Frauen, die es Kraft ihres Geistes beruflich geschafft haben, sondern eifern Models nach, die durch nichts anderes bekannt wurden als durch ihre Hübschheit, ihren Körper“, sagt sie. Dieser Körper ist meistens auch noch extrem dünn. „Damit wird suggeriert, dass dünne Frauen automatisch erfolgreich, beliebt und reich sind“, so die Psychologin. „Ein fataler Irrtum!“

Idealbild hängt von Vorbildern ab

Wie stark der Einfluss von Magermodels ist, zeigt eine Studie der Durham-Universität in England. Die Wissenschaftler überprüften in einem Test mit mehr als 100 Teilnehmerinnen, wie sich der Anblick dünner, normalgewichtiger und molliger Frauen auf das eigene Idealbild auswirkt. Ergebnis: Wer mehr üppige Formen zu sehen bekam, wählte danach ein fülligeres Ideal als vor dem Test. Wer nur superschlanke Figuren präsentiert bekam, entschied sich für ein schmaleres Idealbild. Fazit der Forscher: Würden nicht nur dünne Models gezeigt, würden weniger Frauen dem Mager-Look nacheifern.

Frankreich verbannt Magermodels vom Laufsteg

Die Konsequenz aus diesen eindeutigen Ergebnissen wurde jetzt in Frankreich gezogen – zu dünne Models dürfen dort künftig nicht mehr arbeiten. Das Parlament beschloss ein Gesetz, das gefährliches Untergewicht bei Models verhindern soll. Um auf französischen Modeschauen arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist. Zentraler Faktor ist dabei der Body-Mass-Index, die genauen Kriterien müssen noch festgelegt werden. Klar ist aber schon die Bestrafung: Wenn jemand Magermodels ohne Bescheinigung beschäftigt, drohen ihm sechs Monate Gefängnis und 75 000 Euro Strafe! Ein erster Schritt gegen den Magerwahn in der Modewelt – der hoffentlich bald auch in Deutschland Schule macht.

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