Lyocell, Wolle und Viskose – Welcher Stoff kann was?

Lyocell, Wolle und Viskose – Welcher Stoff kann was?

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Lyocell, Stoffe
©iStock/Kseniya-Ragozina

Kuschelig weich. Praktisch beim Sport. Hilfreich im Haushalt. Verschiedene Fasern – wie Lyocell – haben verschiedene Eigenschaften, die euch das Leben leichter machen. Welcher Stoff passt wann?

Grob lassen sich Stoffe in vier Kategorien einteilen: Naturfasern mit pflanzlichem Ursprung (z.B. Baumwolle, Leinen), Naturfasern mit tierischem Ursprung (z.B. Schaf-Wolle, Seide), Chemiefasern mit natürlichem Ursprung (z.B. Viskose, Lyocell) und Chemiefasern mit synthetischem Ursprung (z.B. Polyester, Elasthan). Aus ihnen allen stellt man u.a. Kleidung her, doch jeder Stoff hat andere Eigenschaften, die ihn auszeichnen. Wir stellen euch die wichtigsten vor.

Wolle

Lyocell Wolle Stricken
Wolle ist ein tolles Naturprodukt ©iStock/Nancy-Nehring

Wolle ist ein Naturprodukt. Grob unterscheidet man zwei Arten, das tierische Produkt und das von der Baumwollpflanze. Tierische Woll-Lieferanten sind Schaf, Ziege, Lama – um nur einige zu nennen. Die meisten Baumwoll-Pflanzen werden mit 20% in den USA angebaut.

Die wichtigsten Eigenschaften der tierischen Wolle sind ihre Wärme- und Wasserspeicherkapazität sowie ihr natürlicher Schadstoff-Filter. Wolle kann 33% ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen, ohne sich dabei feucht anzufühlen. So bindet sie Schweiß und neutralisiert dabei auch noch dessen Geruch – prima für Socken!

Auch die Baumwolle kann Temperatur und Feuchtigkeit regulieren. Weil sie leicht ist, kommt ein guter Tragekomfort auf der Haut hinzu, und eine hohe Belastbarkeit, was sie z.B. zu DEM Stoff für Jeans macht.

Elasthan

Die Kunstfaser, aus der allein keine Kleidung hergestellt werden kann, ist hoch formstabil und bis zu 700% dehnbar! Die Textilindustrie mischt sie z.B. Baumwolle bei, um dehnbare Leggings herzustellen, die nach dem Tragen wieder in ihre Ursprungsform zurückgehen. Und auch bei mogelnder Shapewaer kommt es zum Einsatz!

Elasthan – auch als Lycra bekannt – ist leicht, weich, knittert kaum und trocknet schnell – das macht es perfekt für Bademoden. Die Kunstfaser kann in allen Farben hergestellt werden. Sie lädt sich nicht statisch auf und verfilzt nicht. Aber Achtung: Lycra-Produkte nicht mit Weichspüler waschen!

Lyocell

Lyocell Sportler Joggen
Sportkleidung mit Lyocell nimmt Feuchtigkeit perfekt auf ©iStock/Georgijevic

Eine noch junge, industriell hergestellte Faser ist Lyocell. Sie besteht aus Cellulose und ist auch unter dem Markennamen Tencel bekannt. Weil das natürliche Grundmaterial für die Herstellung chemisch bearbeitet werden muss, gehört Lyocell nicht zu den Naturstoffen! Es hat eine hohe Trocken- und Nassfestigkeit, ist weich und absorbiert sehr gut Feuchtigkeit.

Das Industrieprodukt wird für die Herstellung von Jeans- und Blusenstoffen verwendet, aber auch bei Funktionskleidung für Sportler sowie als Vliesstoff für Hygiene- und Kosmetikartikel. Beim Tragen fühlt es sich leicht und kühl an, daher ist es besonders gut für Sommerkleidung geeignet.

Lyocell ist perfekt für Allergiker geeignet. Aufgrund seiner Robustheit kann es ohne Bedenken bei 60°C gewaschen werden und auch in den Trockner. Da es zudem kaum knittert, muss man es nach dem Waschen nicht einmal bügeln.

Viskose

Sie sieht aus wie Baumwolle und fühlt sich fast so gut an wie Seide – die chemisch hergestellte Viskose. Ihr Grundstoff ist Cellulose, die zumeist aus Holzarten wie Buche oder Fichte gewonnen wird. Mehrere Arbeitsschritte sind nötig, um aus Cellulose eine Faser zu machen, mit der Stoffe gewebt werden können.

Die Textilindustrie benutzt Viskose für alle Kleidungsstücke, die leicht und locker fallen sollen. Die Kunstseide glänzt und ist daher perfekt für eine festliche Garderobe geeignet. Auf der Haut fühlt sie sich leicht und kühl an, ein Vorteil bei luftiger Sommerkleidung. Viskose ist nicht dehnbar und neigt zum Knittern.

Kleidung aus Viskose sollte nicht höher als bei 40°C gewaschen werden, ein Wäschenetz und Flüssigwaschmittel werden empfohlen. Schleudergang und Trockner sind tabu, am besten trocknet Viskosekleidung, wenn sie tropfnass zum Trocknen hingelegt wird. Vorsicht beim Bügeln! Immer auf unterer Stufe und unter einem feuchten Tuch bügeln.

Microfaser

Lyocell Handtuch Microfaser
Microfasern sind perfekt für den Haushalt geeignet ©iStock/Max2611

Multitalent: Microfaser ist perfekt für saugstarke Putz- und Handtücher, federleichte Bettwäsche oder hautfreundliche Sportbekleidung. Die Faser ist fünf Mal so dünn wie ein menschliches Haar und 10 000 Meter der Faser wiegen nur 1 Gramm!

Microfaser-Stoffe sind resistent gegenüber Fusseln, sie sind extra leicht und dabei sehr robust. Sie gleichen Feuchtigkeit und Temperaturen aus, sind dehnbar und formbeständig. Daher sorgen sie im Sommer und im Winter für ein angenehmes Hautklima. Werden sie als Putzlappen benutzt, braucht man aufgrund ihrer besonderen Struktur nicht einmal ein Reinigungsmittel – alles wird wie von Zauberhand sauber!

Besonders für Sportler ist die Microfaser ein Muss: Zur praktischen und atmungsaktiven Funktionskleidung gehören nicht nur Shirts und Hosen, sondern auch Unterwäsche! Und wenn alles durchgeschwitzt ist, können die Klamotten ohne Probleme bei 60°C gewaschen werden. Auf Weichspüler verzichten! Kommen sie nach dem Schleudergang aus der Maschine sind sie kaum noch nass, der Gang durch den Trockner kann ihnen also erspart bleiben.

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