Liebe biologisch: Was passiert in unserem Körper, wenn…?

Liebe biologisch: Was passiert in unserem Körper, wenn…?

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Liebe
©iStock/Cat_Chat

Egal, ob es die Schmetterlinge im Bauch sind oder ein gebrochenes Herz – Liebe macht mit unserem Körper so einiges. Wir sind der Biochemie der Liebe mal auf den Grund gegangen.

Vor Kurzem machte der Tweet eines Israelis die Runde. Er zeigte einen Screenshot seines Fitness-Trackers, auf dem etwas Erstaunliches zu sehen war: sein Beziehungs-Aus gegen 12 Uhr mittags – an seinem Herzschlag!

Dass unser Körper dank der Liebe so einiges durchmachen muss, ist längst klar. Doch wie genau lassen sich die verschiedenen Gefühle erklären?

Was passiert, wenn…

… wir verliebt sind?

Wenn ein Liebender das Foto seines Partners sieht, zeigt der Computertomograf an, dass vier Areale im Gehirn aktiv werden. Diese sind zuständig für Belohnung, Motivation und Euphorie. Hormone und Botenstoffe verknüpfen das Bild des Partners mit Glücksgefühlen (Dopamin) – ähnlich wie bei einer Drogensucht. Vor allem zu Beginn der Beziehung werden Unmengen an Dopamin ausgestoßen.
Auch die rosarote Brille lässt sich ganz einfach biologisch erklären: Das Belohnungszentrum hemmt nämlich die Bereiche, die für Angst und Flucht zuständig sind. So sieht man im Anderen nur noch das Positive.

Das gleiche Bindungshormon (Oxytocin), das bei der Geburt ausgeschüttet wird, wird übrigens auch beim Sex freigesetzt. Oxytocin sorgt für Vertrauen und Attrakivität. Es fördert langfristige Paarbindung und Treue.

… wir eifersüchtig sind?

Eifersucht ist ein Warnsignal wie Angst oder Schmerz. Danke Evolution! Es setzt Energie frei und macht uns aufmerksam, damit wir einen drohenden Kampf angehen können. Im Fall der Liebe geht es bei diesem Kampf um die alleinige Aufmerksamkeit des Partners.

Auch wenn man z.B. auf die Schwester eifersüchtig ist, die mehr Aufmerksamkeit bekommt, oder das Auto, dem der Partner so viel Zuneigung schenkt, – all das löst im Gehirn das Warnsignal aus.

… unser Herz gebrochen wurde?

Liebeskummer ist eine enorme Stresssituation für den Körper. Da im Gehirn das Glückshormon Dopamin zurückgeht, hat man ähnliche Entzugserscheinungen wie ein Drogenabhängiger. Der Körper wartet darauf, dass das Belohnungszentrum wieder aktiviert wird. Deshalb sollte man nach einer Trennung auch so wenig wie möglich Kontakt zu dem Ex-Partner halten. Denn jedes Mal, wenn man ihn wieder sieht, fühlt sich das Gehirn dazu angeregt, neues Dopamin auszuschütten – und das Durcheinander der Hormone verschlimmert sich.

Die Tränen, die wir bei Liebeskummer weinen, sind übrigens eine unmittelbare Reaktion auf den Stress, dem der Körper gerade ausgesetzt ist. Durch das Weinen kann dieser Stress abgebaut werden.