Unsere Haut – Multitalent mit ganz viel Gefühl

Unsere Haut – Multitalent mit ganz viel Gefühl

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Unsere Haut - Frau in Badewanne
©istock/Renphoto

Sie ist unser größtes Organ und ein Schutzpanzer gegen die Umwelt – doch zugleich ist die Haut ein zerbrechlicher Spiegel von Körper und Seele.

Wir geben uns zur Begrüßung die Hand, ein liebgewonnener Mensch wird umarmt, Verliebte kuscheln miteinander, Mütter streicheln ihre Babys – der Hautkontakt ist der Inbegriff einer emotionalen Geste. Denn Berührungen von Haut zu Haut schaffen Nähe und Vertrauen. Was man mag, will man auch anfassen und streicheln. Manche Berührungen gehen einem „unter die Haut“ oder man bekommt eine „Gänsehaut“. Schreck- und Angstsituationen dagegen lassen einem sprichwörtlich einen „Schauer über den Rücken laufen.“

Paar im Bett ©istock/ shironosov
Was kann es Schöneres geben, als kuscheligen Hautkontakt…? ©istock/ shironosov

Die Haut ist ein Kommunikations- aber auch ein Sinnesorgan, das auf die unterschiedlichsten Reize reagiert, sozusagen der Spiegel der Seele. Wenn man etwa vor Wut und in einer peinlichen Situation errötet oder jemand blass vor Angst wird, ist deutlich zu erkennen, wie man sich fühlt: Die Haut bietet dem Gegenüber einen Einblick in den Seelenzustand.

Die Schichten der Haut

Die Haut ist also nicht nur die äußere Hülle unseres Körpers, sondern ein komplexes und vielseitiges Organ. Mit einer Größe von 1,6 bis zwei Quadratmeter und einem Gewicht von etwa zehn Kilogramm ist sie dabei gleichzeitig unser größtes Organ, das aus drei Schichten besteht: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut und der Unterhaut. Jede Hautschicht erfüllt dabei verschiedene Funktionen. Während die Unterhaut hauptsächlich als Fettspeicher fungiert, bildet die Oberhaut eine schützende Hornschicht. In der Lederhaut befinden sich wichtige Strukturen, welche unter anderem für den Tastsinn verantwortlich sind. In der Oberhaut und der oberen Lederhaut finden sich außerdem noch wichtige T-Zellen (spezielle Zellen des Immunsystems).

Ein eingespieltes Team von rund zwei Milliarden Hautzellen schützt den Organismus vor Krankheitserregern und Sonneneinstrahlung. Aber auch vor Überhitzung, Wärmeverlust und Austrocknung. Und ohne die Nervenzellen, die in die Haut eingebettet sind, könnte der Mensch weder Temperaturen fühlen noch per Tastsinn die Welt entdecken.

Umgekehrt rufen viele innere Krankheiten auch äußerlich eine Reaktion hervor. Die Haut zeigt dann an, wenn innen etwas nicht stimmt. So können etwa Hautblasen in den Leistenbeugen auf bestimmte Krebsarten hinweisen. Und häufige Pilzinfektionen deuten auf Diabetes hin.

Talg schützt die Haut

Frau Winter Wald ©istock/Kichigan
Im Winter trocknet unsere Haut leider schnell aus ©istock/Kichigan

Zur Haut zählen aber auch die Drüsen, wie etwa Schweiß- und Talgdrüsen. Während die Schweißdrüsen für die Temperaturregulation des Körpers zuständig sind, produzieren die Taldrüsen wichtigen Talg. Er hält Haut und Haare geschmeidig. Gleichzeitig dient Talg auch dem Schutz der Haut, indem er Teil des Säureschutzmantels ist. Bei Wärme produzieren die Talgdrüsen in der Regel mehr Talg beziehungsweise bei Kälte weniger, weshalb viele Menschen im Winter stärker mit trockener Haut zu kämpfen haben. Und wenn der Talg nicht abfließen kann, können sich sogenannte Mitesser bilden. Siedeln sich dann auch noch Bakterien in den Talgdrüsen an, kann eine Entzündung und schließlich eine Akne entstehen.

Akne – keine Frage des Alters

Dabei trifft Akne nicht nur Jugendliche. Experten schätzen, dass fast jede vierte Frau zwischen 25 und 45 mit Akne zu kämpfen hat. Darunter sind auch viele Betroffene, die als Jugendliche nicht unter lästigen Mitessern gelitten haben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die sogenannte Spätakne (Akne Tarda), die überwiegend Frauen trifft.

Doch was tun gegen unschöne Pickel? Regel Nummer eins: Bloß keine Unreinheiten selbst ausdrücken! Dadurch können Bakterien in die Haut gelangen und die Akne flammt regelrecht auf. In jedem Fall sollte die Spätakne von einem Dermatologen untersucht werden. Oft verschreibt er eine antibakterielle Creme, um die übermäßige Produktion der Talgdrüsen zu reduzieren. In schweren Fällen kommen auch Antibiotika zur innerlichen Anwendung, Hormonpräparate oder Lichttherapien zum Einsatz.

Doch auch Aknepatienten selbst können einiges tun. Wichtig ist dabei eine gute Reinigung der Haut mit milden, seifenfreien Pflegeprodukten, die auf den Hauttyp abgestimmt sind. Bei Cremes sollte man darauf achten, dass sie möglichst öl- und fettfrei sind, um die Poren nicht erneut zu verstopfen. Und wer auf Make-up nicht verzichten oder die Pickel kaschieren möchte, fragt am besten in der Apotheke nach einem nicht pickelfördernden Produkt.

Wenn ihr Akne besonders in Verbindung mit Stress beobachtet, solltet ihr über einen generellen Lebenswandel nachdenken. Verzichtet auf Alkohol und Zigaretten und versucht, euren Alltag zu entschleunigen.

Und da sich auch die Ernährung ungünstig auswirken kann, sollte man vor allem auf Milchprodukte und Essen mit viel Kohlenhydraten und Zucker verzichten. Stattdessen sollten vor allem Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und viel Wasser auf dem Speiseplan stehen. Da freut sich nicht nur die Haut.

 

 

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