So gesund kann uns das Haustier machen

So gesund kann uns das Haustier machen

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Haustier
©iStock/Maximastudio

Es vertreibt die Einsamkeit und senkt sogar den Blutdruck: Wir finden – ein Haustier sollte es auf Rezept geben.

Wuff, miau oder piep – wer von seinem Haustier daheim so liebevoll begrüßt wird, vergisst wohl auch den größten Stress in Sekundenschnelle. Tierische Mitbewohner sorgen aber nicht nur für ein glückliches Lächeln, sie sind für Körper und Seele echte Medizin.

Gesund mit Dr. House-Tier

So liegt die Zahl der Arztbesuche bei Menschen ohne Haustier um 18,5 Prozent höher als bei jenen mit. Ein Grund für diesen Effekt liegt bei Hundebesitzern auf der Hand: Ob mit Dackel oder Dogge – wer auf den Vierbeiner gekommen ist, muss täglich mehrmals Gassi gehen, auch wenn es stürmt oder regnet. Das beugt Übergewicht vor, sorgt für ein gutes Immunsystem und stärkt Herz und Kreislauf. Eine Studie belegt sogar, dass sich Hundehalter nach einem Herzinfarkt wesentlich besser erholen als Patienten ohne Bello. Dazu kommt eine nicht zu unterschätzende psychologische Wirkung: Hunde sind Rudeltiere und sehen den Menschen als Partner an. Sie spüren, in welcher Stimmung wir sind, und können so Trost spenden. Das macht sie deshalb auch als Besuchshunde in Altenheimen und Schulen oder als Helfer für kranke und behinderte Menschen zu einem wichtigen „Co-Therapeuten“.

Schnurren heilt Knochenbrüche

Auch Katzen haben eine beruhigende Wirkung. Studien belegen, dass ihr sanftes Schnurren den Blutdruck und die Pulsfrequenz senken kann und sogar die Heilung von Knochenbrüchen und Gelenkverletzungen deutlich beschleunigt.

Forscher vermuten, dass das Schnurren zunächst die Muskulatur anregt, was wiederum den Knochenwuchs fördert. Kraulen wir das weiche Fell von Katzen, schüttet unser Gehirn außerdem jede Menge Glückshormone aus. Eine Bonner Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Katzenhalter in Krisensituationen besser klarkommen, da die Haustiere als Katalysator bei der Bewältigung von Problemen dient.

Wellensittiche halten fit

Vögel sind mit ihrem fröhlichen Zwitschern tolle Stimmungsaufheller, die vor allem Senioren ein Gesundheitsplus bringen, stellte der britische Verhaltensforscher Roger Mugford fest. Er untersuchte eine Gruppe Männer und Frauen, die über 70 Jahre alt waren. Die eine Hälfte sollte Begonien pflegen, die andere bekam einen Wellensittich. Nach einiger Zeit erwiesen sich die Vogelfreunde als die sozial Aktiveren, Beweglicheren und Gesünderen.

Aquarium vertreibt Ängste

Fische nehmen zwar nicht aktiv am Familienleben teil, senken aber den Stresslevel ganz erheblich und entspannen die Seele. Dafür lieferte ein britisches Psychologenteam neue Beweise. Ihre Probanden, die sich auf eine Betrachtung der Flossentiere im öffentlichen Großaquarium der Stadt einließen, beruhigten sich spür- und messbar. Sie fühlten sich ausgeglichener und waren körperlich gelöster, weil ihr Blutdruck sank und das Herz langsamer schlug.

Die Psychologen plädieren deshalb dafür, mehr öffentliche Aquarien einzurichten, um so vor allem
in hektischen Großstädten kleine Inseln des Wohlbefindens zu schaffen.

Kaninchen als Seelentröster

Auch putzige Nager wie Kaninchen und Meerschweinchen sind Seelentröster – wenn sie mindestens zu zweit gehalten werden. Für Gruppentiere wie sie ist das ganz wichtig. Sie sind eine beliebte, kostengünstige Variante, ein Haustier zu haben, und Kinder lernen durch sie, verantwortungsbewusst zu sein. Vor allem Haustiere wie Kaninchen sind sozial am Menschen interessiert und tagaktiv.

Eine Münchner Studie kam zu dem Ergebnis, dass die süßen Nagetiere selbst halbseitig gelähmten Schlaganfall-Patienten helfen können. Das Streicheln der Tiere stärke die Wahrnehmung für die geschädigte Körperhälfte.

Zum Weiterlesen: Hier erfahrt ihr mehr über das Wohlbefinden eurer Haustiere und weitere spannende Infos rund um das Thema Tierpsychologie.