Mehr Entspannung im Urlaub und Zuhause – so klappt’s

Mehr Entspannung im Urlaub und Zuhause – so klappt’s

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Entspannung
©iStock/Martin Dimitrov

Entspannung können wir alle gebrauchen. Wir wissen aber auch: Das klappt nicht auf Knopfdruck. Wie wir es schaffen, Körper und Geist zur Ruhe zu bringen.

Entspannung? Bald. Bald werden wir sie bekommen – und freuen uns: auf den nächsten Urlaub, das Wochenende, den Feierabend. Wir malen uns aus, wie wir dann endlich nur das machen, worauf wir Lust haben. Ohne Zeitdruck. Und dann sind die ersehnten Stunden endlich da und wir fühlen uns gar nicht so lässig und entspannt, wie wir uns das ausgemalt ­haben. Sausen entweder wie aufgedreht in der Gegend herum oder liegen wie ­erschossen in der Ecke. Der Sonne in aller Ruhe beim Untergehen zuschauen? Die Stunden einfach so ­verrinnen lassen? Gemütlich durch den Tag bummeln? Klappt leider nicht.

Was ist nur los?, fragt man sich dann und ist etwas enttäuscht. Von sich, vom Urlaub, von allem. Dabei ist es ganz normal: Von dem Tempo, das wir in unserem Alltag oft fahren müssen, ist es nicht so leicht, auf eine ganz, ganz ruhige Gangart runterzuschalten. Doch Experten wissen: Wer Seele und Körper keine Ruhephasen und Enstpannung gönnt, wird auf Dauer krank. Es ist also kein Zeichen von Faulheit, sondern äußerst klug, sich regelmäßige Muße­stunden zu gönnen – auch wenn uns oft das Gegenteil eingeredet wird. Doch selbst wenn man das verstanden hat, bleibt noch ein Problemchen: Es fehlt uns an Übung. Mit folgenden Tipps bekommt man die aber schnell wieder. Und ohne Anstrengung. Versprochen!

Erholsamen Urlaub!

Ausschalten

Nein, Smartphones sind nicht böse. Sie haben viele Vorteile und es ist völlig okay, Spaß an Facebook und Chats zu haben. Aber wenn wir auf Dauer zu viele Infos bekommen – Nachrichten, Push-Meldungen und so weiter –, dann überfordern wir unser System. Wir brauchen eine Auszeit. Und genau die sollten wir uns im Urlaub gönnen. Wobei der Tipp, das Telefon ganz auszuschalten, etwas unrealistisch ist. Manche von uns müssen einfach irgendwie erreichbar sein. Für andere würde der Komplett-Verzicht zu Stress führen. Die Lösung: Kümmert euch im Urlaub nur ein-, zweimal am Tag um eure virtuelle Post.

Aufstehen

Wer im Alltag immer früh raus muss und viel auf den Beinen ist, freut sich auf ein Ferien-Kontrastprogramm: lange schlafen, am Strand liegen, nichts planen. Das ist nett, in den ersten drei, vier Tagen sollte man aber dennoch ein wenig Struktur in seine Tage bringen: nicht allzu spät aufstehen, sich bewegen, um den Stress abzubauen und eben doch ein wenig planen. Am besten etwas, das den Geist auf leichte Weise davon abhält, immer wieder in den Alltag zu wandern.

Frei machen

Wie hat ein guter ­Urlaub zu sein? Davon haben wir wohl alle unsere Vorstellungen – von denen wir uns aber so frei wie nur möglich machen sollten. Denn der innere Druck, sich jetzt aber mal ganz schnell wohlzufühlen, ist natür­lich wenig entspannend. Macht euch klar: DEN perfekten Urlaub gibt es nicht. Es darf ruhig auch mal was schiefgehen oder Zoff geben.

Immer mit der Ruhe

Einschalten

Ein paar Minuten im Kopfkino sind fast so entspannend wie eine Wellness-Behandlung. Denn in unserer Fantasie sind wir vollkommen frei. Wir können an schöne Ort reisen, Einhörner streicheln oder mit Delfinen schwimmen. Was auch immer ihr mögt, tagträumt nach Herzenslust.

Vögelchen spielen

Wenn Entspannung sich nicht einstellen will, hilft diese Technik: Stellt euch vor, ihr könntet euch selbst aus der Vogelperspektive beobachten. Beschreibt, was die Frau, die das Vögelchen sieht, gerade tut: Sie läuft ins Wohnzimmer. Runzelt die Stirn. Beißt die Zähne zusammen … Wozu das gut sein soll? Man bekommt ein bisschen Distanz zu sich selbst und damit zu den negativen Emotionen, die der Entspannung so oft im Weg stehen.

Katze sein

Hunde machen meist alles mög­liche, um ihren Menschen zu ­gefallen. Katzen hingegen tun das, was ihnen gefällt. Gönnt euch das auch: Schlaft (ja, ruhig mitten am Tag), wenn ihr müde seid. Faucht ruhig mal. Und: Rekelt euch oft und ausgiebig. Das tut Körper und Seele gut. Und die Entspannung kommt wie von selbst.

Langsam machen

Stellt euch vor, ihr ­dreht einen Film in Slow Motion. Macht alles ganz, ganz langsam – abspülen, Gemüse schnippeln, Wäsche zusammenlegen … Etwa zehn Minuten lang.

Schönen Feierabend

Umschalten

Da sausen wir den ganzen Tag durch die Gegend, fordern von Körper und Geist einiges an Leistung und erwarten dann von ihnen, am Abend direkt Entspannung zu finden. Das können sie kaum schaffen. Sie brauchen unsere Hilfe. Am besten ­eignen sich kleine Rituale. Sich direkt nach dem Heimkommen umzuziehen oder erst einmal einen Tee zu trinken, kann unserem System signalisieren: Jetzt darfst du runterfahren.

Nachdenken

Was möchtet ihr tun? Wonach ist euch? Worauf habt ihr Appetit? Wer in sich hört und sich fragt, was ihm wichtig ist, kann deutlich besser entspannen!

Aufatmen

Wenn wir unter Druck stehen, wird unsere Atmung ganz flach. In der Freizeit haben wir die Chance, das anders zu machen, vergessen es aber oft. Daher sollte man sich mehrmals am Abend fragen: Atme ich auch wirklich schön tief? Am besten zu festen Zeitpunkten: vor dem Essen und dem Zähneputzen etwa.

Bewusst schauen

Ein Abend vor der Glotze ist etwas Schönes, keine Frage. Doch Psychologen wissen: Sich immer nur passiv berieseln zu lassen, entspannt nicht wirklich. Um abzuschalten, sollte man lieber ein wenig spazierengehen oder handarbeiten, etwas (aus-)malen oder basteln.