Das Geheimnis der Bäume

Das Geheimnis der Bäume

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Geheimnis der Bäume
Das Geheimnis der Bäume ©iStock/AVTG

Sie sprechen miteinander, fühlen Glück und Leid anderer und ziehen ihre Kinder groß – die Rede ist von Bäumen!

Was sich wie die Fantasie eines romantischen Geschichtenerzählers anhört, ist wahr! Davon sind unter anderem der Förster und Autor Peter Wohlleben (51) und Forscher der Universität Aachen überzeugt. Lest selbst, wie sie das begründen!

Bäume reden miteinander

Sprache ist mehr als die Worte, die wir hören. In der afrikanischen Savanne z.B. kommunizieren die Schirm-Akazien miteinander: Wenn Giraffen an ihren Blättern knabbern, produzieren die Bäume einen Bitterstoff, der die Säugetiere davon abhält, alles abzufressen. Wenn die Blätter also mit der Zeit bitter werden, könnte die Giraffe einfach zum nächsten Baum gehen. Doch sie sucht sich einen aus, der mindestens 100 Meter weiter weg steht. Warum? Alle Schirm-Akazien im Umkreis von 100 Metern entwickeln zeitgleich diesen Bitterstoff, auch wenn die Giraffe sie noch gar nicht angeknabbert hat!

Bäume sind soziale Wesen

©Adina Koch
Baumwurzel bei Benderloch, Schottland ©Adina Koch

Die Bäume wissen, was wir Menschen oft vergessen haben: Wir sind alle aufeinander angewiesen. Viele Bäume verbinden sich darum über ihre Wurzeln miteinander. Gerät ein Nachbar in Not, wird er krank oder hat nicht genügend Nährstoffe zum Überleben, pumpen sie ihm rüber, was er so dringend benötigt! So versorgen sich die Bäume in Notsituationen gegenseitig. Es ist fast so, als wüssten sie, dass das Ökosystem Wald und ihr Miteinander nur so funktionieren.

Bäume haben Freunde

Bei den Buchen, die ihre kräftigen Kronen gerne um sich herum ausbreiten, gibt es echte Freundschafts-Paare. In die Richtung des Freundes lassen sie nämlich genug Platz, dass der auch atmen und leben kann. Sie breiten sich einfach in die anderen drei Richtungen aus. Auch über die Wurzeln sind sie miteinander verbunden. Manchmal kommt es vor, dass ein Baum stirbt, wenn sein Freund stirbt. Z.B. wenn er gefällt wird.

Bäume lieben ihre Kinder

Klar haben Bäume Kinder. Und ja, sie kümmern sich um den Nachwuchs. Für Bäume gilt, wer zu schnell in die Höhe schießt, ist nicht sehr robust. Er kann den Umwelteinflüssen also nicht gut standhalten. Eltern-Bäume schirmen ihre Kinder darum mit der eigenen Baumkrone ab. Durch das dichte Blätterdach der Mutter fällt gerade so viel wichtiges Sonnenlicht, dass der Kleine gerade so wachsen kann. Alles was er darüber hinaus an Nährstoffen braucht, bekommt er von Mama über die Wurzeln geliefert. Förster Wohlleben spricht davon, dass die Bäume „gestillt“ werden.

Bäume vergessen nicht

Bäume haben ein gutes Gedächtnis, vor allem für unangenehme Situationen. Bekommt ein Baum zu wenig Wasser, dann gerät das Holz unter Spannung, die Rinde reißt. Das ist ein schmerzhafter Vorgang! Einem Baum ist das eine Lehre, er wird im nächsten Frühjahr so viel Wasser wie möglich speichern und es über das Jahr sehr achtsam verwenden.

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