So programmiert ihr euren Darm auf schlank

So programmiert ihr euren Darm auf schlank

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Darm
©iStock/EdithRum

Der Darm ist das größte Organ des Menschen – und wenn wir seine Bakterien richtig füttern, dankt er es uns mit einem guten Stoffwechsel. Wir sagen euch, wie es geht.

Hundert Billionen Keime besiedeln unseren Darm! Dennoch hat man die kleinen Helfer lange nicht beachtet. Dabei sind Darmbakterien nicht nur ein wichtiger Teil der Abwehr, sondern auch dafür verantwortlich, ob wir rundlich oder schlank sind. Studien zeigen, dass der Bakterienmix der Darmflora bei schlanke nMenschen anders zusammengesetzt ist als bei molligen. „Wenn wir zu viele ,falsche‘ Bakterien im Darm haben, zieht unser Körper bis zu zehn Prozent mehr Energie aus der Nahrung. Das sind mindestens 150 Kalorien am Tag. Auf ein Jahr gerechnet, bewirkt das zehn Kilo Gewichtszunahme“, erklärt Michaela Axt-Gadermann, Professorin für Gesundheitsförderung der Hochschule Coburg. Die gute Nachricht: Man kann die Darmflora ganz leicht positiv beeinflussen.

1. Mehr Präbiotika

Präbiotika sind unverdauliche Kohlenhydrate wie Inulin, das die guten Keime groß und stark werden lässt. Wir finden die nützlichen Helfer etwa in Chicorée, Spargel, Zwiebeln, Äpfeln, Lauch, Knoblauch, Nüssen, Haferflocken, Pilzen und Sojaprodukten. Was Präbiotika so interessant macht, ist, dass sie vor allem von den schlankmachenden Darmbakterien gern gegessen werden. Sobald sich die Bakterien daranmachen, ihr Mahl zu verzehren, entstehen saure Stoffe, die im Darm zu einem sauren Klima führen. „Und sauer macht in diesem Fall die Rank-und-schlank-Bakterien lustig“, erklärt Michaela Axt-Gadermann, „sie beginnen,Substanzen zu bilden, die die Hüftgold-Bakterien aus der Darmflora vertreiben.“

2. Mehr Probiotika

Probiotika sind Gesundheitsförderer und Diäthelfer zugleich, da sie die Produktion von Enzymen fördern, die Kohlenhydrate zerlegen. Man findet die wertvollen Bakterien vor allem in vergorenen Nahrungsmitteln wie Naturjoghurt (der nicht wärmebehandelt wurde), Kefir und frischem Sauerkraut aus dem Reformhaus oder vom Hofladen, das roh gegessen wird. Damit Probiotika ihre volle Wirkung entfalten können, sollte man mehrmals pro Woche Joghurt und frisches Sauerkraut essen.

3.Fleisch nur in Maßen

Fleisch schmeckt wunderbar, doch unserem Darm zuliebe sollten Wurst & Co nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Studien zeigen, dass Fleisch nicht nur Krankheiten wie Darmkrebs fördert, sondern auch Bakterien aus der Gruppe der Bilophila-Keime – und die begünstigen Übergewicht. Fisch hingegen darf wegen seiner guten Omega-3-Fettsäuren gern öfter auf dem Teller landen.

4. Honig statt Süßstoffe

Wer abnehmen möchte, greift gern zu künstlichen, kalorienarmen Süßstoffen. Ein großer Fehler, da sie die Darmflora schädigen, den Zuckerstoffwechsel durcheinanderbringen und zu Übergewicht führen können. Wer es trotzdem süß mag, sollte lieber hin und wieder auf Honig zurückgreifen,da er zu den präbiotischen Lebensmitteln zählt.

5. Ab und an Bier und Wein

Alkohol enthält viele Kalorien. Doch unsere Darmbakterien laben sich hin und wieder mal ganz gern an einem Schlückchen Bier oder Wein (für Schnaps gibt es aber keine Freigabe!). „In Maßen verzehrt, liefern Bier und Rotwein den schlanken Bakterien wie Bacteroides oder Prevotella einige wertvolle Nahrungsbestandteile wie Hefe“, sagt Michaela Axt-Gadermann. Allerdings sollte man nicht mehr als 0,3 Liter Bier und 0,1 Liter Wein am Tag trinken.

6. Antibiotika nur im Notfall

Antibiotika können Leben retten und müssen bei einer gefährlichen Bakterieninfektion eingenommen werden. Ansonsten sollte man aber keine Antibiotika schlucken, da die Mittel nicht zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien unterscheiden und deshalb auch Schlank-Keime vernichten. Die Regeneration dauert anschließend mehrere Monate und oft tummeln sich dann mehr „Moppelbakterien“ als zuvor im Darm.

7. Mehr Schmutz im Alltag

Desinfektionsmittel in Haushaltsreinigern, antibakterielle Seifen, keimtötende Spülmittel – unsere Umgebung wird zunehmend steriler, und das schadet unserer Gesundheit und auch unserer Figur. Denn unsere Darmbakterien freuen sich durchaus über ein bisschen Schmutz. Der eine oder andere Keim, den wir durch eine nicht allzu hygienische Lebensweise aufnehmen, siedelt sich dauerhaft im Darm an und unterstützt dort Keime vor Ort bei ihrer Arbeit. Das heißt nicht, dass man sich im Dreck wälzen soll, aber der Verzicht auf den einen oder andern chemischen Haushaltsreiniger kann durchaus sinnvoll sein.

8. Tagsüber essen

Nicht nur unsere innere Uhr wird durch den Tag-Nacht-Rhythmus gesteuert, sondern auch unsere Darmflora. Gerät die biologische Uhr von Mensch und Mikroben durcheinander, werden die Weichen für Übergewicht und Krankheit gestellt. Dies trifft vor allem Schichtarbeiter, die nachts noch schwer essen – während die Darmbakterien eigentlich gerade dabei sind, Abfallstoffe zu beseitigen. Deshalb ist es wichtig, tagsüber möglichst feste Essenszeiten einzuhalten. Da das Schichtarbeitern nicht möglich ist, sollten sie während der Nacht möglichst leicht und fettarm essen und Mahlzeiten mit „Bakterienfutter“ anreichern. Zudem sollte man in der freien Zeit ausreichend lange Schlafzeiten einplanen.