An apple a day – und andere knackige Sprichwörter

An apple a day – und andere knackige Sprichwörter

von -
An Apple A Day ©iStock/gece33
©iStock/gece33

Der Apfel, der uns vor dem Arzt bewahrt. Etwas wie seinen Augapfel hüten… Sprichwörter rund um das saftige Obst gibt es zuhauf. Und in den allermeisten steckt auch ein Körnchen Wahrheit!

An apple a day keeps the doctor away

Das Sprichwort sollte schon im viktorianischen England die Menschen zu mehr Obstkonsum und einer gesünderen Lebensweise anhalten. Und auch heute noch gilt: Die vitamin-, mineral- und balaststoffreichen Früchte halten den Doktor fern, denn sie wirken sich positiv auf die Blutfettwerte aus, reduzieren das Darmkrebsrisiko und stärken unser Immunsystem.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Im Volksmund fällt dieser Ausspruch, wenn Kinder und Eltern sich äußerlich, emotional oder im Geiste wie ein Ei dem anderen gleichen – schon wieder eine Sprichwort, diesmal ganz ohne Apfel.

Das Sprichwort gibt es übrigens auch im Englischen, Dänischen und in afrikanischen Sprachen. Eine ähnliche Bedeutung hat: „Wie der Vater, so der Sohn“. Und auch hier wird er wohl eher bei auffälligen oder unangenehmen Eigenschaften verwendet. Im Spanischen gibt es zudem die Entsprechung: „Wie die Mutter, so der Sohn“.

Ein fauler Apfel steckt hundert gesunde an

„Malus“, so der wissenschaftliche Name des Apfels, wird mit „schlecht, schlimm oder böse“ übersetzt. Im übertragenen Sinne kann eine einzige Person eine ganze Gruppe in Unruhe oder schlechte Stimmung versetzen. Oder ein einzelner Faulenzer viele Fleißige zum Nichtstun anregen.

Biologisch stimmt die Redensart zudem: Äpfel setzen besonders viel vom Gas Ethylen frei, was andere Früchte in ihrer Nähe zum schnelleren Reifen anregt. Daher sollten sie nie mit anderem Obst oder Gemüse in einem Korb liegen!

In den sauren Apfel beißen

Wer ein notwendiges Übel akzeptiert oder etwas Unangenehmes für einige Zeit in Kauf nimmt, beißt sprichwörtlich in einen sauren Apfel – und wird am Ende nicht selten für sein Durchhalten belohnt. Im Mittelalter wurde direkt auf den Kriegs-Schlachtfeldern operiert. Zur Ablenkung gab man den Verwundeten etwas zum Draufbeißen. Und wenn nichts anderes zur Hand war, dann eben einen sauren Apfel.

Und auch Martin Luther (1483–1546) kannte die Redensart und schrieb an den kranken Johann von Sachsen (1468–1532): „…obgleich Eure kurfürstliche Gnaden ein wenig hat müssen Wermuth essen und in einen sauren Apfel beißen.“

Das kostet nur ’nen Apfel und nen Ei

Äpfel und Eier gibt es auf einem Bauernhof und bei den Kollegen in der Umgebung massenhaft, darum kann der Bauer sie nur zu einem kleinen Preis verkaufen. Und so spricht man noch heute davon, etwas für „einen Apfel und ein Ei“ zu kaufen, was besonders günstig ist.

Jemanden veräppeln

Über den Ursprung des „Veräppelns“ gibt es gleich drei Sprichwörter-Theorien — und nur eine hat etwas mit Äpfeln zu tun:

Im Niederdeutschen kann der Ursprung im Wort „Appel“ liegen, was „Apfel“ bedeutet. Und daran erinnert, dass um 1600 in Wirtshäusern Menschen mit Äpfeln beworfen wurden.

Aus der gleichen Sprachfamilie stammt das Wort „Ape“ – „Affe“. Veräppeln hieße demnach, jemanden zum Affen machen.

Erkennt man den Ursprung aber im jiddischen Eppel, was „nichts“ bedeutet. Dann bedeutet das Sprichwort jemanden „zunichtemachen“.

Äpfel mit Birnen vergleichen

Zwei Dinge miteinander vergleichen, die gar nicht vergleichbar sind? Das versuchen Versicherungs-Agenten oder Politiker. Und bei letzteren vermuten Sprachforscher die Herkunft des beliebten Ausspruchs. Er ist zudem noch ziemlich jung, sein Ursprung liegt in der Politikersprache um 1965.

Verbotene Äpfel sind süß

Schon Adam und Eva haben es schmerzlich zu spüren bekommen – die verbotenen Früchte sind meist die leckersten. Die beiden hat es das Paradies gekostet. Für die Menschen von heute bedeutet es, dass wir uns nur all zu oft und all zu gern von verbotenen Dingen verführen lassen, die besonders toll scheinen, aber meist einen hohen Preis fordern.

Mein Augapfel

Das ist jemand, der uns besonders wichtig ist, den wir besonders beschützen möchten. Und so leitet sich der Augapfel wohl von der Form des Auges ab, bezieht sich aber nicht auf einen historischen Ausspruch, sondern auf die Verletzlichkeit und Notwendigkeit eines Körperteils.

Im Persischen heißt das Wort, welches wir „Augapfel“ nennen, übrigens „Augenmensch“.